Ralf Gruber - systemisch agil
 

Führungskraft 2.0

Aufgrund zunehmender Komplexität, Änderungsgeschwindigkeit und Umfang von Wissen wird es für Führungskräfte zunehmend schwierig in Fachfragen im Detail auf dem Laufenden zu bleiben. Mehr und mehr entsteht deshalb der Bedarf, nicht selbst zu entscheiden, sondern dafür zu sorgen, dass gute Entscheidungen vom Team getroffen werden können.
Auch wenn radikale Ansätze Führung gleich komplett abschaffen wollen sind in den meisten praktischen Fällen Führungskräfte nach wie vor erforderlich - allerdings ändern sich durchaus Schwerpunkte und erforderliche Kompetenzen von Führungskräften(Führung 2.0)

Zunehmend geht es darum, einen guten Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen das Team dann selbst-organisiert gestalten kann. Dieser Rahmen beinhaltet z.B. Vorgaben über Ziele, Grundregeln im Team, Verantwortlichkeiten etc. Wie eng diese Leitplanken konkret sein müssen hängt von der jeweiligen Situation und dem Team ab. Beispielsweise sollte das Team bei der Neubesetzung von Stellen durchaus miteinbezogen werden. Oder die Freiheit haben, in Retros identifizierte Schwachstellen selbst zu lösen. 

Damit diese Art von Führung funkioniert sind 2 Dinge wichtig.
1. Transparenz über über den vorgegeben Rahmen (den Leitplanken) und damit auch über Bereiche, die vom Team eigenverantwortlich gestaltet werden können. Nach wie vor muss Führung  schwierige und weitreichende Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und verantworten, natürlich durchaus unter Nutzung der Kompetenzen des Teams. Der Rahmen innerhalb dessen das Team freie gestalten darf kann durchaus mit wachsender Selbt-organisationskompetenz des Teams größer werden, aber auch dieser Prozess muss transparent sein.

2. Das Selbstverständnis der Führungskraft als "servant leader", dessen Verantwortung es ist, die Vorraussetzungen für gute Arbeit zu schaffen. Die Führungskraft muss permanent im Dialog sein und offen für feedback  vom Team auch über das eigene Führungsverhalten.